Benutzt man Bokken im Kendo?
Ja, Bokken werden im Kendo verwendet, und zwar für Grundschule / Grundlagen und für Kata. Im Sparring und Wettkampf kommt dann das Shinai zum Einsatz, das man am ehesten mit Kendo assoziiert.
Einige Schulen nutzen das Bokken oder Bokuto für die Grundtechniken. Dabei hilft dir die Schwertform des Bokken dabei, eine saubere Ausführung zu lernen, zu spüren, dass du eine Klingenwaffe führst und dass die Techniken dieser Logik folgen müssen. Mit einem Bokken kann es einfacher sein, klare Schnitte und die richtigen Schwungbewegungen zu üben, und du bist weniger dazu verleitet, "einfach draufzuhauen". Außerdem ist das Bokken etwas schwerer als ein Shinai und entwickelt besser die Muskulatur, die du für die Techniken brauchst. Der Bokken-Einsatz ist generell gut für Detailtraining, Stellungen, Fußarbeit und Ganzkörperkoordination. Dennoch nutzen nicht alle Schulen des Kendo für das Grundschultraining ein Bokken, oder nur für ganz bestimmte Formen davon.
Bei Kata sieht es anders aus - hier wird durchweg mit dem Holzschwert geübt, nicht mit dem Shinai. Die traditionelle Nihon-Kendo-Kata übt man mit Partner, ohne Rüstung, und nach einer festgelegten Reihenfolge von Ritualbewegungen und Techniken. Auch hier kannst du exakte Schnittmechanik, Haltung, Timing und Distanzgefühl trainineren, zusammen mit einer verstärkten Achtsamkeit, die durch den Einsatz des Bokuto einhergeht.
Das Bokken ist also auch für modernes Kendo nicht nur ein Relikt aus grauer Vorzeit, sondern ein wichtiges Trainingswerkzeug, das einerseits an die Wurzeln der Sportart anknüpft und dir andererseits Möglichkeiten gibt, Skills zu entwickeln, die mit der Shinai-Arbeit schwieriger zu trainieren sind.