Welches Bokken ist das richtige für mich?
Wer sich mit den Trainingsschwertern schon auskennt und genau weiß, was er will, findet in unserer Bokken-Auswahl sicher schnell das richtige für sich. Doch wem die Vielfalt und die Vor- und Nachteile noch nicht so vertraut sind oder wer etwas Neues ausprobieren möchte, dem hilft vielleicht diese kurze Einführung.
Fall 1: Ich will einfach nur ein Bokken
Zu viele Optionen verwirren nur? Unser Tipp: Nimm ein Bokken Typ S, das dich optisch anspricht. Der Grund: Diese Bokken-Serie ist eine sehr gute Standard-Wahl: nicht zu schwer, nicht zu leicht. ausgewogene Form. Praktischer Nebeneffekt: Du kannst es um eine passende stabile Saya ergänzen. Eine Tsuba (Handschutz) und ein Dome (Gummiring) sind natürlich auch immer dabei. Ob du diese Zusätze benutzt oder nicht, hängt von deinem Stil und deinen Vorlieben ab. Aber auch wenn du noch nicht weißt, was du brauchst, gerade erst einsteigst und dich mit einem Bokken nur mal vertraut machen möchtest, vielleicht ein Video-Tutorial machst, oder die Übungen aus dem Dojo zu Hause wiederholen willst - für all das ist ein Bokken dieser Serie ideal, und es wird dir auch bei deinen Fortschritten lange gut dienen. Diese Modelle sind also keine "Anfäger-Bokken" in dem Sinne, dass ihnen etwas fehlt. Sie sind nur einfach Standard-Ausführungen, die sich sehr bewährt haben.
Die S-Serie führen wir in den Varianten Buche-Bokken, Roteiche-Bokken und Weißeiche-Bokken - das ist auch die Reihenfolge von leichter (Buche) über mittel (Roteiche) zu schwerer (Weißeiche), wobei die Unterschiede sich im 20-30 g-Bereich bewegen. Wenn du also keine Vorliebe in Sachen Gewicht hast, dann entscheide gerne nach Optik (und nach unserem Lagerbestand).
Fall 2: Es soll ein günstiges Bokken sein
Die meisten unserer Bokken sind keine Hochpreis-Modelle, aber wenn es besonders günstig sein soll, dann empfehlen wir unser Bokken aus TPR-Hartkunststoff. Diese Variante des TPR oder TPE (Thermoplastic Rubber / Thermoplastic Elastomere) ist ein extrem widerstandsfähiges Material, das schwer und dicht ist (im Gegensatz zu dem oft leichteren Polypropylene / PP) und dabei genau die richtige Elastizität für ein Übungsschwert besitzt. TPR verbindet feste mit elastischen Fasern, wodurch es sowohl gegen Scherkräfte gewappnet als auch aufprallbeständig wird. Dadurch bekommst du ein Bokken, das mit 600 g schon ein sehr substanzielles Trainingsgewicht hat und trotzdem Kontakt so gut wegsteckt, dass du es problemlos im Sparring einsetzen kannst.
Zusätzliches Plus: Unsere TPR-Bokken sind nicht nur praktisch unzerstörbar, sondern auch absolut pflegeleicht, im Sinne von - sie brauchen überhaupt keine Pflege. :) Du musst nicht einmal darauf achten, dass das Bokken nicht feucht wird, es steckt alles weg. Allein unter größeren Gewichten solltest du es nicht lagern, weil es sich vielleicht verbiegen wird. Aber selbst wenn, keine Sorge: Das Material lässt sich mit etwas Einsatz wieder in die richtige Form zurückbiegen.
Noch ein Plus: TPR-Kunststoff kann nach Belieben in eine detailreiche Form gegossen werden, so dass unser Hartkunststoff-Bokken eine eingeprägte Holzmaserung aufweist und mit einer schicken angedeuteten Seilwicklung am Griff daherkommt. Diese Optik ist natürlich für die Funktion nicht zwingend notwendig, aber wir wissen sie als schönes Detailelement zu schätzen, gerade weil Kunststoff an sich nicht gerade Tradition vermittelt. Und es geht hier schließlich noch immer um ein Bokken und nicht um ein Spielzeugschwert!
Übrigens gibt es das TPR-Bokken auch im Set mit der passenden Saya und für die Katana-Liebhaber auch mit einer Klingennachbildung als Hartkunststoff-Katana inkl. Saya.
Fall 3: Ich suche ein Bokken speziell für Aikido
Im Aikido werden Bokken meistens ohne Tsuba (Handschutz-Scheibe) verwendet, also als lange, durchgehende Form. Für die im Aiki-Ken (traditionelle Schwert-"Grundschule" des Aikido) enthaltenen Techniken eignen sich insbesondere schwerere Holz-Bokken ab 500 g. Ganz klassisch wäre die Wahl unseres Iwama-Ryu Aikido Bokken aus Roteiche, das eine abgeflachte Spitze hat und ganz ohne Tsuba daherkommt. Andere Modelle kannst du ganz einfach ohne Tsuba nutzen, zum Beispiel unser Roteiche-Bokken Typ L oder das schöne Eschenholz-Bokken Typ G.
Es gibt natürlich noch schöne ausgefallenere Alternativen, aber da es im Aikido meist um die schlichte Eleganz geht, belassen wir in diesem Kapitel dabei.
Fall 4: Ich möchte ein Holz-Bokken, aber was Ausgefallenes
Da können wir helfen. :)
Fangen wir mal mit dem schwarzen Bokken an: schwer, schwarz, schön! Er besteht aus Roteiche, ist aber schwarz lackiert. Der schöne Lack hat dabei Vor- und Nachteile: Lackiertes Holz sieht edel aus und ist gut gegen Umwelteinflüsse geschützt. Aber wer viel mit Kontakt trainiert, kann nicht darauf hoffen, dass die schicke Oberfläche lange intakt bleibt. Durch das schwere Format passt es nicht in unsere Sayas, aber schick ist es halt trotzdem.
Dann geht's weiter mit unserem Bokken mit Bo-Hi. Die Bo-Hi, oder Hi-Rille (auch "Blutrille") sorgt für ein feines akustisches Feedback, wenn das Bokken auf die technisch richtige Art die Luft "schneidet". Es ist aus Roteiche, hat einen Kenmine-Querschnitt und ist sowohl ein Hingucker als auch ein interessant "anderes" Übungsschwert.
Ganz anders, aber fantastisch schön (finden wir), ist unser Bokken aus Bambus. Das ist ein eher ungewöhnliches Holz für Trainingsschwerter, aber es macht einen wirklich guten Job. Es ist natürlich im Kontakt etwas weicher als Hartholz, dessen muss man sich bewusst sein, aber dafür bekommt man ein leichtes und schnittiges Bokuto mit einer einmaligen Optik, das dennoch für jedes Sparring zu haben ist. Farbe und Haptik sind hier ziemlich einmalig.
Und dann gibt es natürlich noch unsere schönen Bokken-Modelle mit Seilgriff. Wer eine Seilwicklung auf dem Bokken-Griff haben möchte, der bekommt natürlich die Extra-Portion Katana-Feeling. Auch der Schwerpunkt verschiebt sich verständlicherweise etwas zum Griff hin, und das ganze Übungsschwert bekommt mehr Gewicht. Mit dem Training am Seilgriff kannst du deine Grifftechnik fürs Metallschwert verfeinern und hast natürlich einfach einen anderen "Grip".
Set Bokken Roteiche Sielgriff inkl. Saya
Fall 5: Ich bin schon fortgeschritten und suche ein anspruchvolles Bokken
Meistens wissen fortgeschrittene Budoka schon, welches ihr nächstes "Aufstiegsmodell" werden soll - oft möchten sie entweder mehr Gewicht oder ein edleres Material.
Der beliebteste "Aufstieg" ist sicherlich der von Roteiche (oder Buche) auf Weißeiche. Dabei geht es nicht primär um die Farbe (Weißeiche-Holz kann manchmal ebenfalls rötlich werden, behält aber seine spezifischen Eigenschaften), wobei die schon etwas hermacht, das muss man so sagen! Aber Weißeiche ist auch dichter als Roteiche, was zunächst einfach dazu führt, dass ein identisch geformtes Bokken in Weißeiche etwas schwerer ist. Holz ist niemals gleichmäßig dicht, so dass dieser Gewichtsunterschied variieren kann, aber in der Regel beträgt er bei unseren schmalen Bokken um die 20-50 g - das Weißeiche-Bokken liegt also bei insgesamt rund 500 g. Durch diese Dichte hat Weißeiche auch eine höhere Widerstandskraft, ist also für Aktive, die schon mit gekonntem, kräftigen Kontakt trainieren, eine gute und belastbare Lösung. Ein zusätzliches Plus für Langlebigkeit: Weißeiche ist durch ihre dichten, geschlossenen Poren deutlich resistenter gegenüber Feuchtigkeit, so dass es auch eine etwas "nachlässige" Lagerung verzeiht. Unser Weißeiche-Bokken ist vom Typ S und lässt sich prima um eine Saya ergänzen oder direkt im Set bestellen.
Last not least: Masse. Suburi (Schwungübugen) gehen am besten mit einem Suburito, das ist nunmal Fakt. Dafür ist unser ausgewogenes Suburito aus Roteiche gemacht: deutlich schwerer und länger als Standard-Bokken, breite und lange Klinge, klassische Form ohne Tsuba und Dome. Wenn du deine Schwünge mit dem Suburito übst, wird es dir deine Technik mit dem Bokken oder Katana auf jeden Fall danken!




