Große Liebe für Liguster

DEPICE Kampfsportartikel
FMA / Escrima / Arnis Bo, Jo, Hanbo

Liguster – das ist doch diese Heckenpflanze? Ja, der „Gemeine Liguster“ (Ligustrum vulgare) ist ein mittelgroßer Stauch und die einzige in Europa heimische Art aus der Liguster-Gattung. Mit Kampfsport hat dieses Gewächs maximal dann was zu tun, wenn man beim Outdoor-Training den Partner versehentlich in die Hecke kickt.

Anders ist das beim „Chinesischen Liguster“ oder auch „Glanzliguster“ (Ligustrum lucidum), der (neben anderen Ligusterarten) in Asien weit verbreitet ist. Mit einer Höhe von bis zu 10 Metern kann diese Art ein echter Baum werden, und ihr Holz hat einen festen Platz in den fernöstlichen Kampfkünsten. 

Bai La, Waxwood oder Liguster – alles Ligustrum lucidum

Wenn man im Zusammenhang mit Kampfkunst vom chinesischen „Bai La“-Holz hört, oder im amerikanischen Raum vom „White Wax Wood“, dann ist unweigerlich eben dieser Glanzliguster gemeint. Das helle, dichte Holz wird insbesondere im Wushu seit jeher wegen seiner Qualitäten geschätzt und für Stöcke, Stäbe und die Stiele von Langwaffen verwendet.

Bruchsicherheit und Elastizität von Kampfsportwaffen aus Ligusterholz

Stäbe aus Ligusterholz können sehr unterschiedlich wirken, je nach ihrem Durchmesser und ihrer Verarbeitung. Schmale oder schmal zulaufende Stäbe mit Durchmessern zwischen 10 und 20 mm (am schmalen Ende) sind in der Regel sehr biegsam. Man hat vielleicht die Shaolin-Vorführungen vor Augen, bei denen jemand einen Speer an den Hals gesetzt bekommt, woraufhin dieser unter Druck durchgebogen wird. In diesen Demos sind meist schmalere Ligusterstiele im Spiel, und der „Trick“ der Übung ist die extreme Elastizität des Materials, die einen Bruch praktisch unmöglich macht.

Richtig spannend wird es aber, wenn reifes Ligusterholz so verarbeitet wird, dass es einen gleichmäßigen Durchmesser zwischen 25 und 35 mm aufweist. Denn dann haben wir einen Stab, der schon richtig gut die Hand ausfüllt, eine ebene Holzoberfläche hat (im Gegensatz zu Rattan), ein ganz ordentliches Gewicht auf die Waage bringt (schwerer als Rattan, leichter als Hartholz), aber dennoch diese irre Flexibilität der Fasern in sich trägt. Dabei biegt sich ein Bo aus Liguster nicht einfach durch, sondern fühlt sich „äußerlich“ fast wie Hartholz an, ist aber leichter in der Handhabung und durch die innewohnende Elastizität unglaublich bruchsicher. Bei Kurzstöcken für FMA (Arnis, Eskrima, Kali etc.) ist der Effekt ähnlich: Die Belastung fürs Handgelenk wird minimiert, aber die Sticks fühlen sich trotzdem fest an.

Fazit: Die Elastizität der Ligusterholzfasern macht es bruchsicher und damit auch für intensives Sparring absolut geeignet. Trotzdem ist das Material etwas dichter als Rattan und fühlt sich damit „mehr nach Holz“ an.

Last not least: die Ästhetik von Liguster-Trainingswaffen

Also mal ehrlich. Widerstandsfähiges Material und angenehmes Handfeedback sind ja schön und gut, aber wir haben nichts dagegen, dass unsere Stäbe bei alledem auch noch schick aussehen und sich großartig anfühlen. Das ist für Liguster-Equipment zum Glück die leichteste Übung. Das Holz ist so dicht, dass man es problemlos sehr fein schleifen kann, um eine wirklich glatte Oberfläche zu bekommen, die sich seidig anfühlt. Man kann die Stäbe lackieren, um sie zusätzlich gegen Feuchtigkeit zu schützen oder mit Mustern zu versehen, oder man lässt sie unbehandelt. Letzteres ist unsere Lieblingsvariante, die auch ohne Lack wirklich nicht empfindlich ist und sich im Handling einfach großartig anfühlt.

Aber für welche Liguster-Variante du dich auch entscheidest: Ausprobieren solltest du das Holz auf jeden Fall, denn es gibt einfach nichts Vergleichbares. 

Escrima Liguster naturbelassenEscrima Liguster naturbelassen

Bo Stab Liguster naturbelassen

Bo Stab Liguster naturbelassen

Escrima Liguster Spiralmuster

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