Hartholz für FMA?

DEPICE Kampfsportartikel
FMA / Escrima / Arnis

FMA (Eskrima, Arnis, Kali etc.) trainiert man meistens mit Rattan. Aber es kann gute Gründe geben, auch mal einen Ausflug in andere Holzwelten zu unternehmen. Wir geben euch einen kleinen Überblick.

1. „FMA body building“ oder die körperlichen Voraussetzungen ausbauen

Du kannst mit deinen Rattan-Sticks alle deine Lieblings-Drills stundenlang mit meditativem Gesichtsausdruck ausführen? Gut, dann greif einmal zu einem Roteiche-Stock, der locker 300 g mehr auf die Waage (und in deine Hand) bringt. Vorbei der schöne Flow! Deine Muskulatur hat gelernt, eine bestimmte Gewichtsrange flüssig zu koordinieren, und deine Finger und Handgelenke können den entsprechenden Durchmesser wirbeln und schwingen. Aber um deine Kraft und Dynamik wirklich auszubauen, musst du deinem Körper einen Anreiz geben, der deine Anstrengung steigert – also ein höheres Stockgewicht.

Um nicht alle Variablen auf einmal zu verändern, kannst du mit einem schmalen Hartholz-Stock starten und dann, wenn du dich an das höhere Gewicht gewöhnt hast, auch den Durchmesser erhöhen. Den Effekt wirst du schnell merken – und zwar sowohl beim Training mit Hartholz, als auch (vor allem) wenn du wieder zu Rattan zurückkehrst. Was du an zusätzlicher Kraft und Dynamik aufgebaut hast, wird dir bei leichteren Sticks sofort wieder zugute kommen.

2. Bei FMA geht es um Variation – und in deinem Training?

Rattan-Sticks sind schön schnell, schön leicht und liegen oft sehr angenehm in der Hand. Aber sie sind Trainingswerkzeuge. Sollte es je dazu kommen, dass du dich mit Hilfe eines Gegenstands verteidigen musst, dann wird das mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Rattan-Stöckchen sein. Sondern? Vielleicht der vielzitierte Regenschirm, vielleicht ein Ast, vielleicht eine Jacke, ein Bleistift oder ein Handfeger. Der Punkt ist: Wenn wir FMA ernst nehmen, sollten wir auf Variation trainieren. Nur wenn wir die Bandbreite des Handlings weit auffächern, können wir hoffen, mit dem, was uns der Zufall im Ernstfall bietet, auch zurecht zu kommen.

Die einfache Moral: Raus aus der Komfortzone und rein in die weniger bequemen Gegenden, zumindest hin und wieder. Und da ist Training mit schweren Stöcken schonmal ein sehr guter Ansatz.

3. Geschwindigkeit, Härte und ein Gespür für Materialien

Wir lieben Rattan auch wegen der mühelosen Geschwindigkeit. Und wir wissen schließlich: Was sich schnell bewegt, trifft mit viel Energie. Trotzdem ist eine Größe in der Energie-Gleichung nicht zu unterschätzen, nämlich die Masse. Niemand will einen Treffer mit einem Rattan-Stick kassieren, selbst wenn dieser nicht mit maximaler Geschwindigkeit geführt wird. Aber der Gedanken, mit einem Eichenstock getroffen zu werden, bereitet einem allein bei der Vorstellung nochmal ganz andere Kopfschmerzen. Zurecht, denn allein die Eigenmasse eines schweren Stocks kann für enorme Kraftübertragung sorgen, und wenn dann noch etwas Technik und Geschwindigkeit dazukommt, wird es ernsthaft gefährlich.

Sicherheit beim Training ist selbstverständlich das A und O, und wer ausgelassene Trefferfreude sucht, möge Soft-Escrimas nehmen. Aber es ist auch wichtig, ein Gefühl dafür zu entwickeln, welche Effekte mit welchem Werkzeug erzielt werden können. Und dafür sind nicht Soft-Sticks die richtige Wahl, sondern Stöcke, die auch etwas ausrichten können. Allein das Handgefühl beim Auftreffen Stock-auf-Stock ist bei Hartholz so anders, dass es von allen FMA-Aktiven erlebt, erforscht und ins Körpergefühl integriert werden sollte.

Was wir machen, hat immer Risiken, und je besser man sie kennt, desto besser kann man mit ihnen umgehen. Schwerere Stöcke sind in einem sicheren Trainingsrahmen eine gute Möglichkeit, dieses Risikobewusstsein zu fördern.